Trendsport: Bike Bergsteigen – Interview mit Carsten Schymik (Teil 1)

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_MG_6952 Der Aalener Buchautor Carsten Schymik geht bereits seit 1990 seinem liebsten Hobby nach: dem Mountainbiken. In der schwäbischen Alb begann Schymik    mit dem Befahren erster Trails und verbesserte sich schnell, so dass er immer schwierigere Touren meistern konnte. Bald war er bereit für seine größten   Abenteuer mit dem Bergrad: das Bergsteigen mit dem Mountainbike.

Nur wenige kennen sich mit diesem Thema so gut aus wie Carsten Schymik, der am 21. April ein neues Buch mit dem Titel „Die 7 Bike-Summits der Alpen: Ein Bike-Guide mit den sieben   schönsten und höchsten »bikebaren« Gipfel der Alpen.“ veröffentlicht (das Buch kann beispielsweise hier bestellt werden). Grund genug, sich mit Carsten über die recht junge Sportart   zu unterhalten.

 Hallo Carsten, wie bist Du zum Mountainbike-Sport und anschließend zum Bike-Bergsteigen gekommen?

Carsten Schymik: „Ich bin auf einem kleinen Dorf aufgewachsen. Somit war das Fahrrad schon in der Grundschule das Mittel der Wahl, um die Welt zu entdecken. Das erste Kinderrad ist dann auch beim Springen über einen kleinen Dreckhaufen kaputt gegangen. Später dann bin ich dann gemeinsam mit Kumpels auf dem Dreigangrad mit Satteltaschen mit 5 Mark Budget am Tag in Süddeutschland gefahren. Als die ersten Mountainbikes auf dem Markt kamen, war ich sofort Feuer und Flamme für diese Technik. 1997 habe ich dann meinen ersten Alpencross unternommen und war fortan infiziert. Modernere Bikes und der Kontakt zu den richtigen Leuten hat mich dann immer weiter voran und vor allem bergauf  gebracht. Irgendwann stehst Du denn auf einem Pass und siehst, dass es rechts und links noch weiter geht. Das war der Punkt, an dem ich erkannt habe, dass man erst auf dem Gipfel wirklich ganz oben steht.“

 Wieviel Zeit verbringst Du auf dem MTB?

Carsten Schymik: „Ich fahre 11 mal pro Woche. Geht nicht? Doch, morgens durch den Wald auf Trails zu Arbeit und abends wieder heim. Zusätzlich noch einmal unter der Woche Biketreff und am Sonntag Ausfahrt. Samstag ist mein persönlicher Ruhetag, der  voll und ganz der Familie gehört. In Summe kommen im Jahr um die 8.000 km und geschätzte 200.000 Höhenmeter zusammen.“

Was macht für Dich die Faszination Bike-Bergsteigen aus?

Carsten Schymik: „Da ist zum einen die faszinierende Kombination aus Bergwandern und Mountainbiken. So habe ich für jede Situation das richtige Sportgerät dabei. Man erspart sich beispielsweise den schmerzhaften Abstieg. Dafür gewinnt man auf Schotterwegen und Forststraßen schnell an Höhe, hat den Spaß und die fahrtechnische Herausforderung bei der Abfahrt. Man kann Randzeiten nutzen- also früh morgens oder spät abends noch alleine am Berg sein- und deutlich später abfahren, als ein Fußgänger los laufen müsste, um noch vor der Dunkelheit im Tal zu sein. Naturerlebnis, Pioniergeist und eine gehörige Portion Abenteuer sind das Salz in der Suppe. Hierfür nehme ich gerne das Zusatzgewicht beim Aufstieg und das Tragen des Bikes in Kauf. Ich vergleiche das Bikebergsteigen gerne mit dem Skitourengehen im Winter. Meditativ bergauf gehen, vor Ort Situationen und Problemstellungen meistern und dann einen unberührten Tiefschneehang abfahren. Klar, Skitouren gehe ich natürlich auch. Am lieben auf die gleichen Berge, die ich im Sommer mit dem Bike bestiegen habe.“

Im Alpenraum sind quasi unzählige Bike Guides unterwegs, also Leute, die neue Wege erkunden wollen. Wie schwer ist es mittlerweile, wirklich etwas Neues zu entdecken?

Carsten Schymik: „Jeder Berg, auf dem man selbst noch nicht oben war, ist Neuland. Selbst wenn man im Winter mit den Skiern oben war, so ist es im Sommer doch etwas anderes mit dem Bike. Die Hatz nach Erstbefahrungen, Rekorden und Superlativen ist uns Bikebergsteigern vollkommen fremd. Was zählt ist der Augenblick, die schöne Tour mit guten Freunden und die Erinnerung an das Erreichte und Erlebte. Neue Dinge entdeckt man meist auf Tour. Die geniale Zickzacklinie am Gegenhang, der Gipfel visavis oder die Weggablung, an der man sich für eine Variante entscheiden muss und die zweite fortan auf seiner ToDo- Liste stehen hat. Mir macht es inzwischen auch viel Spaß bei anderen Bikebergsteigern anhand von Fotos zu erkennen, auf welchem Berg sie oben waren. Ich drehe dann solange in Google Earth an der Maus, bis ich den Gipfel lokalisiert habe. Der Vorteil ist danach, dass man schon vor der Tour in etwas einen Eindruck hat, was einen erwartet. Das reduziert das Risiko, dass die Tour in einem Fisako endet.“

 

 

 

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